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...und hier sind wir in comodoro. wieder. denn auf der hinfahrt nach feuerland haben wir hier in comodoro direkt einen anschlussbus bekommen und sind direkt weiter richtung feuerland gefahren. in rio gallegos mussten wir allerdings eine nacht bleiben, denn der naechste bus ging erst am naechsten tag. aber dann weiter nach ushuaia, die suedlichste stadt der welt ( wenn man puerto williams in auf der gegenueberliegenden , chilenischen seite des kanals nicht als stadt zaehlt. ) um von rio gallegos nach ushuaia zu kommen, faehrt man fuer einige stunden durch chile. nach chile darf man kein obst und gemuese mitnehmen, das hatte uns keiner gesagt. also mussten wir die 10 aepfel, die wir im handgepaeck hatten schnell noch auf der fahrt bis zur ersten grenze aufessen. da musste man dann anstehen, um einen ausreisestempel zu bekommen. 20 min. spaeter das gleiche mit dem einreisestempel, im chilenischen grenzposten einge hundert meter weiter. einiges stunden spaeter das gleiche an der anderen grenze und auf der rueckfahrt wieder das gleiche. eine nervige sache diese nationalstaaten. wir sind aus uruguay ja mehr oder weniger durchgaengig nach feuerland gefahren, das hat etwa 4 tage gedauert, davon eine nacht in buenos aires und eine in rio gallegos. landschaftlich war das schon sehr interessant, besonders eindrucksvoll eigentlich das monotone: von buenos aires aus nach sueden gabe es eigentlich kaum etwas anderes als steppe zu sehen. von morgens bis abends sieht man eine landschaft, die sich eigltlich so gut wie nicht veraendert. stundenlang faehrt man geradeaus, durch die trockene ebene, in der kleine bis mittelgrosse buesche rumstehen. ( dazu gibt es allerhand filme, die man zum allergroesten teil eigentlich nie sehen wollte. ). im weiteren verlauf gab es noch zu sehen: steppe mit glsttgeschnittenen huegeln, steppe mit hoch und tiefebenen, spaeter steppe mit wenig schnee und schneebedeckte steppe. noch einige stunden spaeter eine faeherenueberfahrt und am ende kurz vor ushuaia, fuhren wir durch relativ hohe berge, in einer schneebedeckten landschaft -entspricht etwa den alpen im winter, nur etwas weniger hoch, aber definitiv eindrucksvoll. ushuaia selbst war unerwartet warm. ich hatte geruechte von temperaturen vergleichbar mit alaska gehoert, das war uebertrieben. feuerland ist etwa soweit vom suedpol entfernt wie schweden vom nordpol. trotzdem gab es ordentlich schnee in ushuaia, bevor wir kamen schien es eine ganze ecke kaelter gewesen zu sein. in den 2 tagen, in denen wir dort waren, war es aber recht warm ( 10-15 grad oder so). in der stadt ist der schnee deswegen recht schnell geschmolzen, in den bergen in der umgebung gab es noch ziemlich bis sehr tiefen schnee. da sind wir dann an beiden tagen wandern gegangen. ushuaia ist ein sehr touristischer ort, errinert sehr an jeden anderen wintersportort. unterschied ist nur, dass ushuai gleichzeitig am sozusagen am mehr liegt, genauergesagt an einem meer-kanal ( oder wie heisst sowas? ich meine sowas wie den aermelkanal..) es gibt ne ganze menge leute, die nur zum skifahren hierhin kommen. die verpassen definitv einiges, denn die waelder um die stadt herum sind wirklich aussergewohnlich und wirkten einfach gut, so tief eingeschneit.

aussergewohlich deswegen, weil an den baumen eine art moos (oder sowas) ist, und alles baume relatv duenn sind und fast ohne aeste sehr direkt nach oben wachsen. kann man alles nicht so gut beschreiben, muss man hinfahren oder sich in einger zeit mal die bilder ansehen(ich werd welche hochladen, wenn ich in bolivien bin). es wirkt ein bischen wie ein maerchenwald und  das moos (?) wird "oldmans beard" genannt  - wir haben die beiden tage hier mit wandern verbracht.

so, ich muss jetzt weg - ueber comodoro schreib ich beim naechsten mal

 

1.8.07 20:59


comodoro ist eine weitere quadatstrassenstadt, fuer leute mich, die sowas nicht gewohnt sind, sehen die alles mehr oder weniger gleich aus. comodoro liegt am meer und gleichzeitig in der trockenen steppenlandschaft mit etwas keunstlich wirkenden huegeln (von denen aus man einen guten blick ueber die stadt hat)

 wir haben in lutz gastfamilie gewohnt, das war sehr nett und lustig, ausserdem noch eine menge anderer leute kennengelernt. einen abend waren wir in einer disko, wo am anfang lange cumbia lief (was definitv nicht meine musik ist - aber wer weiss vielleicht gewohn ich mich ja noch dran), spaeter gabs aber auch noch reaggeton( mit dem ich mehr anfangen kann) und danach punchi ( etwa techno, aber gar nicht schlecht - gefaellt mit groessenteils).

 nach 27h fahrt sind wir heute morgen wieder in buenos aires angekommen. morgen frueh fahr ich los nach bolivien und jochen wird abends nach deutschland zurueck fliegen...

4.8.07 19:04


so. da bin ich. ich bin aus der illustren runde der rucksacktouristen in den ehrenwerten kreis der haustuerschluesselmitsichrumtraeger gewechselt. 

ich bin in la paz.und ich kann sagen: es ist irgendwie meine lieblingsstadt. es ist wirklich ein auesserst beeindruckender blick von oben auf die stadt, wenn man mit dem bus ankommt. und solche blicke kann man hier irgendwie an jeder ecke haben ( wenn man gerade hoch genug ist). eine ziemlich grosse stadt, die groestenteils wirkluch an den berg geklatscht ist. das fuehrt natuerlich dazu, dass ein bischen spazierengehen gleich ziemlich anstrengend ist, aber es lohnt sich, denn es gibt viel zu sehen. zum beispiel einkaufen: richtige supermaerkte hab ich noch nicht entdeckt, das grossete sind so tante emma-laeden, normalerweise kauft man alles was man braucht an kleinen ( bis sehr kleinen (=kiste aepfel) ) staenden auf der strasse( von denen es wirklich unglaublich viele hier gibt). verkauft wird meistens von aelteren frauen, die wirkich diese klischenhafte traditionelle kleidung anhaben, und meinsten in der lage sind, nach dem verkaufen ihren stand klischehafte traditionelle (ganz huebsche) bunte tuscher packen und auf den ruecken nehmen. ich will hier weder ein loblied der wirtschaftsform des kleinen einzelhaendlers anstimmen, noch die boesen fabrikhaften westlichen supermaerkte verfluchen - aber das hat schon was!

naja mehr beobachtungen aus la paz schreib ich demnaechts mal und fang dann jetzt erst mal vorne an, beim letzten eintrag war ich ja noch in bs.as.:

Also von buenos aires bin ich im bus in etwa 28h nach villazon gefahren. die busfahrt war ganz witzig, ich hab das erste mal in meinem leben bingo gespielt, und das gegen den ganzen bus (hauptgewinn: rueckfahrticket). das spiel ist zwar furchtbar nervig, aber seit dem bin ich ne ecke sicherer mit den zahlen auf spanisch. von villazon, das in bolivien, aber nur eine halbe bruekcnelaenge von der argentinischen grenze entfernt liegt, gings im zug weiter nach oruro. 17h stunden. nette bolivische jugentliche getroffen, mich mit nem norweger, einer brasilianerin, einem bolivianischen camion (lkw)- fahrer (volvo!, wie er stolz betonte) und noch einer bolivianerin unterhalten. die fahrt ging vorbei am largo poopo ( wo es flamingos gab) -  den salta der uyuni, den groessten salzsee der welt kann man angeblich vom zug aus sehen, bei uns wars aber leider nacht. achja, und kalt wars in dem zug!

von oruro aus gings weiter durch das bolivanische altiplano( hochland). weiterhin eine recht oede, trockene landschaft, die sich kaum veraendert, aber doch sehr anders als in argentinien, bergiger und im hintergrund tauchten dann auch irgendwann die ersten schneebedeckten gipfel auf. ( die man uebrigens teilweise auch von hier in la paz und insbesondere von el alto, wo das projekt ist aus sehen kann).

ja und dann kam la paz und wie gesagt, das ist wirklich beeindruckend von oben. und von "innen" auch. einfach sehr nett, die stadt.

am naechsten tag gabs vormittags einiges mit dem visum zu erledigen -und es sollte und wird noch einiges folgen. furchtbar nervig, man laueft von einier behoerde zur anderen um dokumente zu beosrgen. dort trifft man dann auf eine neue lange liste mit weiteren wiederum dafuer erforderlichen dokumenten...naja, ich hab jetzt verbrecherfotos auf rotem hintergrund von mir und weiss jetzt, dass mit meinen zaehnen auch nach  bolivianischen standarts alles in ordung ist und was meine blutgruppe ist und dienstag erfahre ich wieviele ansteckende krankheiten in meinem blut gefunden wurden...

nachmittags ins projekt. es ist ne ganze ecke raus. und der teil el altos ist recht trist...sehr nette, putzige kinder und mit den angestellten versteh ich mich auch sehr gut...fussball spielen, mit hausaufganben helfen usw, morgen muss ich meine erste englischstunde geben, naja mal schaun, wie das wird.

...gesundhgeitlich hatte ich uebrigens keine probleme( man kann ja angeblich an hoehenkrankheit sterben und schlimmeres), ein bischne kopfschmerzen die ersten tage und am ersten tag kann man nach 10 treppenstufen sein herz schlagen hoeren....

 

.

alles sehr gut- ich bin gerne hier ....bald mehr und irgendwann fotos!

12.8.07 19:06


hab fotos von der reise hochgeladen. vielleicht gibts morgen oder so noch mehr. auf jeden fall schreib ich morgen den echten blogeintrag zu ende....

 

19.8.07 04:00


jetzt muss ich aber doch mal schreiben, bin in 2 sehr interessante sachen geraten, diese woche, eins davon gestern mittag.

aber erstmal mitwoch: vormittags ist immer wenig los im projekt. mittwoch war aber eine schulklasse zu besuch fuer sexualkundeunterricht bei javier, einem der profes(paedagogen)- der uebringes ein ausserst netter kerl ist. nach einer stunde oder so sind wir dann mt den schulern zu deren schule gegangen, ich hatte nicht so ganz verstanden wieso und dachte irgendwie, da wuerde der unterricht weitergehen. als wir ankammen standen auf dem schulhof der schule( ich wuerde sagen grundschule, vielleicht bis 5. oder 6 . klasse ) die schueler in reihen und auch mehr oder weniger in glied. und natuerlich in uniformen, die allerdings gelb-blaue traininuigsanzuege waren (was ich fuer schuluniformen schon verhaeltnismasig stylisch finde) vor den reihen war ein bischen platz und dann eine lange tischreihe mit stuehlen dran. wir ( ausser javier und mir war auch noch feli, die coordinadora des projekts, mitgekommen) wurden dann zu einigen wichtig aussehenden schlips und oder wuerdentraegern gefuert und landeten schliesslich auf dieser ehrentribuehne gegenueber der aufgestellten kinder. das war schon ein recht komisches gefuehl, ploetzlich zu dieser art von menschen zu gehoeren, die leute vor sich antretten lassen. dann gabs irgendwann ein paar befehle vom rektor: stillgestanden, rumdrehen. fuer mich schon das irgendwie naja wie soll ich sagen....erschreckend triftts nicht ganz.

wieso rumdrehen? auf der anderen seite wurde die flagge gehisst - militarismus und nationalismus sind halt mehr als gute bekannte... man macht sich so seine gedanken: solche zeremonien sind wahrscheinlich in den allermeisten schulen der welt normal...

dann aufstehen, nationalhymne, begleitet von ordentlichem uffta aus einem lautsprecher. irgenwie beruhigend, dass so nach 5,6 minuten kaum einer mehr den text wusste.danach eine ( nicht besonders kindgerechte ) rede von irgendeinem sehr wichtuigen man, und dann noch die hymne des departamentos la paz. hat nrw eine hymne?

es ging so weiter mit reden, irgenwann hab ich dann rausgefunden, dass es bei der ganzen zeremonie darum ging, dass das schulgebauede vor dem wir sassen grade neu eingeweiht wurde. aha. und ich ehrengast. wieso auch immer.

irgendwann waehrend des ganzen stand die ehrentribuehne auf und etwa 10 bis 20 muetter bedankten sich bei jedem einzeln und streuten jedem von uns wichtigen menschen weisse blueten-teile ueber den kopf, bis der ganze bereich zugeschneit war. bittebitte, gerngeschehen.

dann gabs noch ein presentation von einer aymara-tanzgruppe und dann wurden die neuen schulgebauede eingeweiht mit chanpangne und es gab essen fuer die menschen. wir standen dann also im kreis in neuen leeren klassenrauemen, jeder mit einem teller in der hand ( mit huenchen, das finde hier alle immer grossartig, aber ohne besteck). die eine haelfe des grossen kreises waren muetter und die andere wichtig.

naja, ich weiss nicht ob man sich das jezt einigermassen vorstellen kann - ich hoffe es kommt irgendwie rueber, dass ganze irgendwie eine ganz witzige und sehr interessante (und auf ne andere art natuerlich auch mittelfurchtbare) sache war.

 

 

ja und gestern war teambesprechung zwischen den initiatiorinnen und den leute, die direkt im projekt arbeiten. als ich kam, haben mich 2 der profes (paedagogen) direkt mitgenommen, bier kaufen. na das kann ja ne nette besprechung werden, sehr sympathisch! von dem bier hab ich dann im endeffekt leider doch nichts abbekommen, es sollte anders kommen.

als wir ins projekt zurueckkamen, gingen wir in den computer / naehraum. dort stand ein aelterer man mit einer dieser andenmuetzen auf und verteilte suessigkeiten, kokablaetter, spiritus, lametta und allerhand anderes und moeglichst buntes auf einen ausgebreiteten papierbogen. dabei murmelte er ununterbrochen etwas, in dem zwischendurch die namen der initiatorinnen ( die auch in dem raum standen), der name des projekts, des dorfes und viel unverstaendliches vorkam.

dabei wurde geraucht, coca gekaut und sich gedaempft unterhalten. dann bekam jeder einige sussigkeiten in die hand und der reihe nach waren diese auf dem opferpaket zu verteilen. ich wurde angewiesen, dass "con todo corazon"(mit ganzem herzen) zu machen und dabei auch was von gesundheit fuer kinder oder so zu murmeln.

das paket wurde dann ins buero gestellt und ein zweites produziert. achja, am ende davon noch etwas bier und wein drauf und ausserdem noch einen zettel mit den namen der initiatorrinen, "sariry alemania" und sonstiger wichtiger leute des projekts. als alles fertig war, haben wir druassen ein ordentliches feuer gemacht und den ganzen kram verbrannt. und das bier wurde von den initiatorinnen gut geschuettelt auf die projektgebaude gespritzt.

dann gabs essen und dann teambesprechung.

danach wurde die asche noch begraben.

oh ich das hab gar nicht geschrieben: das ganze war natuerlich fuer pacha mama (mutter erde) und ist ein aymara-brauch. mir war allerdings gar nicht so klar, das diese sachen auch unter der doch recht westlich gepraegten stadtbevoelkerung hier so beliebt sind.

20.8.07 01:47





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