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jetzt muss ich aber doch mal schreiben, bin in 2 sehr interessante sachen geraten, diese woche, eins davon gestern mittag.

aber erstmal mitwoch: vormittags ist immer wenig los im projekt. mittwoch war aber eine schulklasse zu besuch fuer sexualkundeunterricht bei javier, einem der profes(paedagogen)- der uebringes ein ausserst netter kerl ist. nach einer stunde oder so sind wir dann mt den schulern zu deren schule gegangen, ich hatte nicht so ganz verstanden wieso und dachte irgendwie, da wuerde der unterricht weitergehen. als wir ankammen standen auf dem schulhof der schule( ich wuerde sagen grundschule, vielleicht bis 5. oder 6 . klasse ) die schueler in reihen und auch mehr oder weniger in glied. und natuerlich in uniformen, die allerdings gelb-blaue traininuigsanzuege waren (was ich fuer schuluniformen schon verhaeltnismasig stylisch finde) vor den reihen war ein bischen platz und dann eine lange tischreihe mit stuehlen dran. wir ( ausser javier und mir war auch noch feli, die coordinadora des projekts, mitgekommen) wurden dann zu einigen wichtig aussehenden schlips und oder wuerdentraegern gefuert und landeten schliesslich auf dieser ehrentribuehne gegenueber der aufgestellten kinder. das war schon ein recht komisches gefuehl, ploetzlich zu dieser art von menschen zu gehoeren, die leute vor sich antretten lassen. dann gabs irgendwann ein paar befehle vom rektor: stillgestanden, rumdrehen. fuer mich schon das irgendwie naja wie soll ich sagen....erschreckend triftts nicht ganz.

wieso rumdrehen? auf der anderen seite wurde die flagge gehisst - militarismus und nationalismus sind halt mehr als gute bekannte... man macht sich so seine gedanken: solche zeremonien sind wahrscheinlich in den allermeisten schulen der welt normal...

dann aufstehen, nationalhymne, begleitet von ordentlichem uffta aus einem lautsprecher. irgenwie beruhigend, dass so nach 5,6 minuten kaum einer mehr den text wusste.danach eine ( nicht besonders kindgerechte ) rede von irgendeinem sehr wichtuigen man, und dann noch die hymne des departamentos la paz. hat nrw eine hymne?

es ging so weiter mit reden, irgenwann hab ich dann rausgefunden, dass es bei der ganzen zeremonie darum ging, dass das schulgebauede vor dem wir sassen grade neu eingeweiht wurde. aha. und ich ehrengast. wieso auch immer.

irgendwann waehrend des ganzen stand die ehrentribuehne auf und etwa 10 bis 20 muetter bedankten sich bei jedem einzeln und streuten jedem von uns wichtigen menschen weisse blueten-teile ueber den kopf, bis der ganze bereich zugeschneit war. bittebitte, gerngeschehen.

dann gabs noch ein presentation von einer aymara-tanzgruppe und dann wurden die neuen schulgebauede eingeweiht mit chanpangne und es gab essen fuer die menschen. wir standen dann also im kreis in neuen leeren klassenrauemen, jeder mit einem teller in der hand ( mit huenchen, das finde hier alle immer grossartig, aber ohne besteck). die eine haelfe des grossen kreises waren muetter und die andere wichtig.

naja, ich weiss nicht ob man sich das jezt einigermassen vorstellen kann - ich hoffe es kommt irgendwie rueber, dass ganze irgendwie eine ganz witzige und sehr interessante (und auf ne andere art natuerlich auch mittelfurchtbare) sache war.

 

 

ja und gestern war teambesprechung zwischen den initiatiorinnen und den leute, die direkt im projekt arbeiten. als ich kam, haben mich 2 der profes (paedagogen) direkt mitgenommen, bier kaufen. na das kann ja ne nette besprechung werden, sehr sympathisch! von dem bier hab ich dann im endeffekt leider doch nichts abbekommen, es sollte anders kommen.

als wir ins projekt zurueckkamen, gingen wir in den computer / naehraum. dort stand ein aelterer man mit einer dieser andenmuetzen auf und verteilte suessigkeiten, kokablaetter, spiritus, lametta und allerhand anderes und moeglichst buntes auf einen ausgebreiteten papierbogen. dabei murmelte er ununterbrochen etwas, in dem zwischendurch die namen der initiatorinnen ( die auch in dem raum standen), der name des projekts, des dorfes und viel unverstaendliches vorkam.

dabei wurde geraucht, coca gekaut und sich gedaempft unterhalten. dann bekam jeder einige sussigkeiten in die hand und der reihe nach waren diese auf dem opferpaket zu verteilen. ich wurde angewiesen, dass "con todo corazon"(mit ganzem herzen) zu machen und dabei auch was von gesundheit fuer kinder oder so zu murmeln.

das paket wurde dann ins buero gestellt und ein zweites produziert. achja, am ende davon noch etwas bier und wein drauf und ausserdem noch einen zettel mit den namen der initiatorrinen, "sariry alemania" und sonstiger wichtiger leute des projekts. als alles fertig war, haben wir druassen ein ordentliches feuer gemacht und den ganzen kram verbrannt. und das bier wurde von den initiatorinnen gut geschuettelt auf die projektgebaude gespritzt.

dann gabs essen und dann teambesprechung.

danach wurde die asche noch begraben.

oh ich das hab gar nicht geschrieben: das ganze war natuerlich fuer pacha mama (mutter erde) und ist ein aymara-brauch. mir war allerdings gar nicht so klar, das diese sachen auch unter der doch recht westlich gepraegten stadtbevoelkerung hier so beliebt sind.

20.8.07 01:47
 


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